Aus unserer Geschichte

Jahrtausendealter Kulturboden

Das uralte Haufendorf Weer liegt auf dem östlichen Teil des Murkegels des Weerbaches in einer Seehöhe von 559 Metern. Dieser rechte Seitenbach des Inns entspringt in der Umgebung des Geiseljoches (2293m) in den Tuxer Voralpen und bildet die Grenze zwischen den Gemeinden Weer und Weerberg im Bezirk Schwaz und Kolsass und Kolsassberg im Bezirk Innsbruck-Land.

Bis zum 2. Weltkrieg war Weer ein echtes Tiroler Bauerndorf. Durch die stürmische Industrialisierung im Raum Wattens - Schwaz entwickelte sich eine rege Bautätigkeit, und so entstanden im Gries und in der Weerer Ebene zahlreiche Siedelhäuser. Heute hat Weer etwa 1450 Einwohner. 1967, also vor ca. 45 Jahren, waren es 1058 Einwohner. Von der Gemeindefläche (561 Hektar) werden rund 330 Hektar intensiv genutzt.

Der Siedlungsraum von Weer ist ein jahrtausendealter Kulturboden, der schon von den Illyrern bewohnt wurde. Zahlreich sind die vorgeschichtlichen Funde in der näheren und weiteren Umgebung. Zahlreiche alte Hof- und Flurnamen weisen auf die Römer hin, die durch vier Jahrhunderte das Gebiet besiedelten, das zur Provinz Rätien gehörte. Von Innsbruck aus führte die Römerstraße inntalabwärts auch durch Weer. Man vermutet, daß hier eine kleine Siedlung römischer Veteranen bestanden hat. Um 550 drangen schließlich die Bajuwaren vom Unterinntal her in den Raum von Weer ein. 1075 wird der von einer kelto-illyrischen Sprachwurzel abgeleitete Ortsname erstmals urkundlich genannt. Wie das gesamte Schwazer Bergrevier erlebte auch Weer im 16. Jahrhundert eine Blütezeit. Um 1500 wurde in Weer eine Goldwäscherei betrieben, eine Schmelzhütte war für das am Kolsassberg gewonnene Eisen in Betrieb. Im 16. Jahrhundert wurden die Auen am Inn gerodet, wodurch sich die Zahl der Bauernhöfe verdoppelte.

Die Pfarrkirche zu Weer in Tirol

Die Geschichte der Weerer Kirche hängt eng mit dem Stift Fiecht bei Schwaz und der Urpfarre Kolsass zusammen. Grabungen im Jahr 1991 brachten Scherbenfunde zu Tage, die auf eine latenezeitliche Siedlung im Umkreis der Kirche (5. - 1. Jahrhundert vor Christus) weisen. Wahrscheinlich war der Ortsbereich auch in der Römerzeit bewohnt. Im 8. Jahrhundert wurde die erste, wohl zu einem großen Hof gehörende Kirche (Eigenkirche) errichtet. Ein nur wenig größerer Neubau entstand um 1200. Im frühen 14. Jahrhundert wurde die erste für eine größere Gemeinde geeignete Kirche erbaut. Die Deckenmalereien stammen von dem bekannten Tiroler Maler Anton Zeiller (1779), die Stationsbilder von Schmutzer. Die Friedhofskapelle wurde 1464 errichtet. 1944, 1967 und von 1987 bis 1992 wurde die Kirche außen und innen restauriert. Jahrhundertelang war Weer Expositur der Pfarre Kolsass. Erst 1949 wurde Weer kirchlich von Kolsass getrennt und 1954 zur eigenen Pfarre erhoben.